Krampe setzt Normpunkt für Zwangslenkung um
Jetzt wurde ein genormter Anlenkpunkt realisiert, der den Anbau und auch den Wechsel der Zugmaschine vor einem zwangsgelenkten Anhänger wesentlich erleichtert.
Besonders bei den Tridemanhängern erfreuen sich Zwangslenkungen aus mehreren Gründen zunehmender Beliebtheit. Tridemanhänger werden in der Regel mit zwei gelenkten Achsen ausgerüstet. Bei herkömmlichen Nachlauf-Lenkachsen übernimmt dann nur die mittlere Achse die eigentliche Führung des Anhängers. Das kann bei schnellen Straßenfahrten oder bei abschüssigem Wegen zu einem instabilen Fahrverhalten führen. Bei gesperrten Nachlauf-Lenkachsen lässt sich ein Tridemanhänger nur geradeaus nach hinten schieben, er läuft quasi ?wie auf Schienen?. Sind Kurvenfahrten beim Rückwärtsfahren unausweichlich, kann auf eine Zwangslenkung nicht verzichtet werden. Diese schont nicht nur das Fahrwerk und mindert den Reifenverschleiß sondern erhöht die Fahrsicherheit enorm.
Ein Problem bestand bzw. besteht darin, dass praktisch jeder Fahrzeugbauer die Position und Ausführung der Anbaupunkte der Zwangslenkung am Zugfahrzeug hinsichtlich Abstand und Bolzendurchmesser frei bestimmt. Um eine Kompatibilität herzustellen wurde von der Arbeitsgruppe VDMA Landtechnik ein Normvorschlag erarbeitet, bei dem die Anlenkpunkte für alle Traktoren und Anhänger vereinheitlicht werden. Laut Vorschlag des VDMA soll rechts und links neben der 80 mm Kugelkopfkupplung in waagrechter Position je eine 50 mm Kugel angebracht werden, die die Geberzylinder für die Zwangslenkung aufnimmt. Aufgrund der auf 20 kN begrenzten Belastung wird pro gelenkter Achse ein Anlenkpunkt benötigt, d.h bei Tridemfahrzeugen mit zwei gelenkten Achsen sind zwei Anlenkpunkte erforderlich.
Durch diesen Normvorschlag wird es endlich möglich, unterschiedliche Traktorfabrikate mit einem zwangsgelenktem Güllefaß, Universalstreuer, Ladewagen oder Wannenkipper zu kombinieren. Ein weiterer großer Vorteil ist die große Bodenfreiheit, da in der Vergangenheit die Anlenkpunkte für die Zwangslenkung häufig unter der Zugvorrichtung lagen und z.B. beim Strohschwad oder im schweren Gelände mehr als hinderlich waren.
Durch die besonders schlanke Gestaltung der Krampe-Zugvorrichtung ist der volle Einschlagwinkel gewährleistet. Die Zugöse kollidiert nicht mit den beiden 50 mm Kugelkopfkupplungen für die Zwangslenkung. Falls ein Zapfwellenantrieb notwendig ist, kann dieser problemlos über die Zugvorrichtung geführt werden. Die Krampe-Zugvorrichtungen sind zudem serienmäßig gefedert und höhenverstellbar und können somit auf jedes Schlepperfabrikat angepasst werden.